Eine strategische Lage zwischen Dourdou und Créneau
Bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, nahm die Burg Beaucaire, in alten Texten auch Belcayre oder Belcaire geschrieben, eine strategische Lage ein, um die Täler von Dourdou und Créneau zu überwachen. Im Lauf der Jahrhunderte ging sie durch die Hände mehrerer großer Familien des Rouergue, die alle ihren Blick über die umliegenden Verkehrswege zu nutzen wussten.
Ein planmäßiger Abriss, Stein für Stein
Am eindrücklichsten an der Geschichte von Beaucaire ist ihr Ende. Um 1800 fiel das Anwesen durch Erbe an die Familie de Bournazel, die es kurz darauf verkaufte. Die neuen Besitzer begannen um 1820, die Gebäude planmäßig abzutragen, um mit den Steinen Häuser in Nauviale zu bauen: kein allmählicher Verfall wie bei so vielen verfallenen Burgen, sondern ein gewollter, organisierter Abriss. Um 1900 lebten noch zwei bescheidene Haushalte in den Resten der Gebäude; die letzten bewohnten Ruinen verschwanden um 1920 endgültig, als die Anlage eingeebnet wurde und ihre heutige Form erhielt.
Erhalten sind heute ein Teil der Ringmauer aus dem 14. Jahrhundert und der Sockel des Bergfrieds, fast von der Vegetation verschluckt. Uns gefällt das etwas Verborgene des Ortes, fern der restaurierten und viel besuchten Burgen der Region: Ein Lehrpfad mit Erklärungstafeln hilft, die ursprüngliche Anlage zu verstehen, ohne das Gefühl, ein für Touristen inszeniertes Denkmal zu besichtigen.
Unser Rat für den Besuch
Ein kurzer Spaziergang, knapp eine halbe Stunde auf dem Lehrpfad, den wir aber ohne Eile empfehlen: Ein Ort, den man eher liest als betrachtet, indem man an jeder Tafel innehält und in Gedanken rekonstruiert, was verschwunden ist. Besonders gern kommen wir am späten Nachmittag, wenn das Licht durch das Laub fällt und stellenweise die noch stehenden Mauerreste beleuchtet. Planen Sie diesen Ausflug als ruhigen halben Tag, gegebenenfalls mit einer Wanderung auf dem GR62 davor, der eben durch die Gemeinde Nauviale führt.